Freitag, 14. April 2017

Ostern: Humankapital oder Leistungsträger - Wer bist Du?


Der Leistungsträger

Der Leistungsträger ist daran zu erkennen, dass er alles unternimmt, um dem Humankapital lange als Kommandogeber und Supervisor erhalten zu bleiben. Er erholt sich nicht von der Arbeit, sondern er bereitet sich mit sportlichen Aktivitäten ausgelassen und demonstrativ in der Öffentlichkeit auf den nächsten anstrengenden aber ohne Körpereinsatz stattfindenden Arbeitstag vor.

Kraft und Ausdauer sind sein Prädikat. Er ist niemals krank und stählt sich gegen alle Eventualitäten des Lebens, wie ein antiker Olympiakämpfer, um nicht an Schnupfen oder Grippe zu erkranken. Krankheit ist ein Makel des Proletariats. Er schwitzt im Winter in der Sauna und im Sommer auf dem Fahrrad in der Toskana. Die sonnenbadenden Proletarier haben ihn längst von den Stränden dieser Welt verbannt. Er legt sich nicht mehr in den Sand von Mallorca. Wer sich keine Yacht leisten kann, wandert eben im Hinterland.

Für den Proletarier, der bei Wind und Wetter auf der Baustelle arbeitet kann er kein Verständnis entwickeln, wenn dieser doch einmal eine Krankmeldung über den Tisch zum Supervisor schiebt. Für ihn ist es klar: Es liegt an der einseitigen Ernährung und am Mangel von sportlichen Aktivitäten des Proletariats. Worauf sich dann wiederum auf den Mangel an Bildung in dieser Gesellschaftsschicht schließen lässt. Die Welt ist so einfach zu verstehen, wenn der Blickwinkel eben von oben nach unten gerichtet ist und der Gestank der Armut wie Weihrauch in deren Nasen wirkt


Diese Horden von Leistungsträgern sind gerade wieder um die Osterfeiertage sehr aktiv. Sie stapfen durch Wald und Flur. Sie packen ihre Luxusfahrräder huckepack auf den SUV und erzählen hernach von ihren ausgiebigen Radtouren durch topfebene Landschaften in weiterer Ferne. Ein Leistungsträger fährt E-Bike. Das sieht sportlich aus. Ein Mofa käme für den Leistungsträger nie in Frage. Ein Verbrennungsmotor beschädigt das Image - außer er parkt gerade auf dem reservierten Firmenparkplatz.

Leistungsträger haben eigentlich nie das als Beruf, was ihrer Berufung und Begabung entsprechend würde. Leistungsträger werden keine Stadt-Fahrradkuriere bis zur verdienten Rente. Leistungsträger werden auch keine Gärtner, Straßenbauer oder Erdbeerpflücker, weil sie die frische Luft so lieben.

Leistungsträger schwitzen nie, außer sie machen Sport. Selbst in brütender Hitze, findet sich immer ein klimatisiertes Büro als Arbeitsplatz. Aus dieser angenehmen Kühle lässt sich sehr vortrefflich in die Hitze der Fabrikhalle administrieren und fällt doch einmal die Klimaanlage aus, halten sie es für unzumutbare Arbeitsumstände.

Sie werfen sich lieber am Feierabend als Outworking einen mit Gewichten beschwerten Rucksack auf den Rücken und holen sich für die körperlich anstrengende Gartenarbeit einen Proletarier, der das als Hobby gegen Bezahlung neben seiner Beschäftigung als Humankapital in einer heißen Fabrikhalle gerne und fröhlich übernimmt.

Ihren Gesichtern ist anzusehen, dass ihre eigene körperliche Unversehrtheit ihres Sportes und der gesunden Ernährung zuschreiben, während der Hobby-Gärtner sich das schmerzende Kreuz reibt. Sie stehen sofort parat mit guten Ratschlägen für dessen richtige Körperhaltung, auf dass er ihnen lange als geduldige Arbeitskraft für unangenehme körperliche Tätigkeiten erhalten bleibt. Danach verschwinden sie wieder mit hochnäsigen Ausreden, um sich ihre Gesundheit in einem Anti-Fastfood-Restaurant zu erkaufen. In dem hoffentlich kein verschwitzter Proletarier sich einen kurzen Ausflug in den Luxus gönnt.

Fastfood ist das Essen der Proletarier. Körperfülle zeugt von Mangelbildung. Leistungsträger warten geduldig zwei Stunden hungrig auf das Essen aus der Gourmet-Küche, während der Proletarier längst im Bett liegt, um bei der Frühschicht pünktlich antreten zu können.

Leistungsträger begehen den Wochenmarkt wie eine Passion. Sie suchen Spargel aber bitte geschält. "Wer schält heute noch Spargel ...?" Sie trinken Milch von glücklichen Kühen, sorgen sich um Hühner. Halten sich für gewaltfrei, weil sie Fleisch verweigern und dafür Plagiat-Schnitzel aus Tofu brutzeln. Menschen sind eben keine zu schützende Kreatur auf diesem Planeten. Es gibt doch so viel Humankapital. Es vermehrt sich ungefragt, wenn man den Studien über kinderreiche Hartz4-Empfänger die ideologische Suggestion als Wissenschaft nicht heraus dividieren möchte.

... Sie tun alles, um niemals arbeiten zu müssen, denn Arbeit verkürzt das Leben - sie supervisonieren lieber und erfinden immer neue Muster der Suversionen für eine smarten Welt. Sie lieben es ihre Mikrowelle per Smartphone zu starten, die Heizung aus der Ferne anzustellen, weil sie sich eben doch keinen Butler leisten können. Sie kaufen Autos mit automatischer Einparkfunktion, weil der Chauffeur selbst mit ihrem Einkommen nicht zu finanzieren ist. Sie setzen sich für Tagesschulen ein, weil das Kindermädchen zu teuer ist.

Sie fahren auf Knopfdruck und Fernsteuerung die Rollläden herunter. Klatschen in die Hände, weil der Weg zum Lichtschalter einen zu weiten Weg durch das Zimmer darstellt, vor allem dann, wenn sie ausgepowert von ihrem Workout oder sonstigen Leistungsträger-Freizeit-Beschäftigungen in ihr trautes Heim zurückkehren.

In dieser Welt wird vermutlich der Penner zum Demokrit. Bei Ihm sind alle gleich. Er nimmt vom Humankapital genauso die Almosen an, wie vom Leistungsträger und er hält es auch nicht für notwendig wissen zu wollen, unter welchen Umständen die Almosen zu Stande kommen. Hauptsache sie kommen. Denn er treibt die Welt mit Angst und Schrecken an, dennoch gilt er nicht als Terrorist. Keiner will sein wie er. Er ist das lebende Beispiel - eben der Terror bzw. Schreck - mit dem Eltern ihre Kinder zu Leistungsträgern erziehen und er ist der Grund für die Stiftung einer Weltreligion, die sich mit Inbrunst der Nächstenliebe hingibt.

Er bezeichnet sich als FREI und ist doch die Mutter des Mitleides. Er ist das, an dem unsere Gesellschaft mit guten Taten sich verwirklicht, nur um nicht erkennen zu müssen, dass jeder - ob Humankapital oder Leistungsträger - schon lange kein Kinder der Natur mehr ist, sondern aus dem künstlichen Geist einer angenommenen Wirklichkeit geboren ist, in der das Eigentum die erste Naturgewalt ist und Wind, Wasser, Feuer und Erde nur noch eine untergeordnete Rolle für die Existenz spielen.

In diesem Sinne
ein schönes Osterfest
Euer Politprofiler


 

1 Kommentar:

  1. In der Politikwissenschaft hat sich allgemein die Überzeugung durchgesetzt, dass Politik "die Gesamtheit aller Interaktionen definiert, die auf die autoritative (durch eine anerkannte Gewalt allgemein verbindliche) Verteilung von Werten (materiellen wie Geld oder nicht-materiellen wie Demokratie) abzielen". Politisches Handeln kann durch folgenden Merksatz charakterisiert werden: "Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln".

    https://de.wikipedia.org/wiki/Politik

    Politik ist also der Versuch, die Geldverteilung diktatorisch zu regeln, solange sich diese nicht selbst regelt. Und natürlich kann man erst bei vollständiger Selbstregulation von einer echten Demokratie (Volksherrschaft) sprechen, während sich "Demokratie" bis dahin auf das Abwählen von Diktatoren beschränkt. Dass Politiker überhaupt gewählt und nicht nur abgewählt werden, beruht auf dem Aberglauben, marktwirtschaftliche Selbstregulation sei "sozial ungerecht" oder gar "unmöglich". Tatsächlich sind jedoch Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg bei diktatorischer Regelung unvermeidlich, während die vollständige Selbstregulation nicht nur möglich ist, sondern allgemeinen Wohlstand, eine saubere Umwelt und den Weltfrieden automatisch mit einschließt. 

    Selbstverständlich ist die Politik (oder eine vermeintlich "falsche Politik") nicht die Ursache der Probleme, sondern die Summe der Gegenreaktionen auf die zahlreichen Zivilisationsprobleme, die eine gemeinsame Ursache haben, und die vollständige Selbstregulation der Marktwirtschaft bedarf der Korrektur dieser gemeinsamen Ursache. Politik wäre noch zeitgemäß, wenn die Ursache aller Zivilisationsprobleme entweder noch gar nicht bekannt oder noch nicht weit genug erforscht wäre, um sie korrigieren zu können. Und eine zeitgemäße Politik müsste dann zusammen mit allen studierten "Wirtschaftsexperten" mit Hochdruck daran arbeiten, die Ursache zu erforschen, bis sie vollständig korrigiert wäre. Aber das können sich diese Vollidioten getrost sparen, denn schon seit mehr als 3200 Jahren ist die Ursache aller Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, wissenschaftlich korrekt umschrieben, und seit nunmehr fast 2000 Jahren hätte diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" bereits korrigiert sein können:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/04/sind-sie-politisch-oder-denken-sie-schon.html

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Ich setze hier Kritikpunkte zur aktuellen Wertelehre (System) an. Einige werden sich davon persönlich in ihrer Meinung zur Umverteilung der Gewinne angegriffen fühlen. Bitte verwechseln Sie "freie Meinungsäußerung" nicht mit einem nicht existierenden Recht auf Beschimpfung und Diffamierung.

Heute ist Politik nur ein Wirtschaftsdiskussion: Wer hat das beste Konzept zur Umverteilung der erzeugten Gewinne in der Marktwirtschaft. Doch diese Diskussionen werden hier nicht mehr geführt. Sie wurden als sinnlos erkannt und sind daher abgeschlossen.

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